Sattelergonomie

SattelvermessungDer Fahrradsattel muss passen wie ein Schuh.
Da jeder Mensch individuell gebaut ist, benötigt man ein gut entwickeltes System, um z.B. den Abstand der Sitzbeinhöcker, den Rückenwinkel beim Fahrradfahren sowie die Indikation von vorliegenden Problemen zu erfassen. Body Scanning CRM ermöglicht eine exakte und anwendungsspezifische Einstellung der Sattelergonomie.

Anatomie und Art der Fahrradnutzung beeinflussen die SatteleinstellungAnatomie und Nutzungsweise

Nicht nur der Abstand der Sitzbeinhöcker ist für die Ermittlung der korrekten Maße des Fahrradsattels von Interesse. Auch die Rückenneigung, die je nach Fahrradtyp und Art der Nutzung variieren kann, ist hier ausschlaggebend.

Druckverteilung in den Sitzbeinhöcker-BereichenDruckverteilung auf dem Sattel

Beim Sitzen auf dem Fahrradsattel ergeben sich verschiedene Druckreaktionen der Sitzbeinhöcker-Bereiche, die vorn konzentrisch zum Schambeinbogen zusammenlaufen. Somit ändert sich nicht nur die Form, sondern auch die Sitzfläche und damit der Druck.

Muskelstrukturen am BeckenMuskelstruktur bestimmt die Sattelwahl

Der komplexe Aufbau des Beckens wird durch Muskelstrukturen gehalten. Muskelansätze befinden sich unter anderem auch auf der Innenseite der Sitzbeinhöcker. Ist die Oberfläche des Sattels zu weich, kann sich die Sattelpolsterung ausformen. Das entstandene Loch in der Sattelpolsterung läßt das Becken und die Sitzbeinhöcker einsinken. Die Muskelansätze auf der Innenseite der Sitzbeinhöcker werden hierbei durch Reibung mechanisch beansprucht. Es kann eine Reizung entstehen. Für Vielfahrer ist ein weicher Sattel nicht die beste Wahl!

Konvexe Sattelformen führen zu Gewebekompression. Mit ergonomischen Sätteln kann das verhindert werden.Ergonomische Sättel verhindern Gewebekompression

Fahrradsättel mit konvexer Form komprimieren den Gewebebereich zwischen den Sitzbeinhöckern. Die Kompression des Gewebebereiches läßt sich nicht nur fühlen, sondern wird auch durch Druckmessungen bestätigt. Eine ergonomische Sattelform reduziert vermeidbare Kompressions-Bildung im Gewebebereich unterhalb des Schambeinbogens.

Anatomische Unterschiede beim männlichen und weiblichen BeckenGeschlechtsspezifisches Rahmendesign

Die nebenstehende Abbildung zeigt zwei Becken incl. Kreuzbein auf der Rückseite und Teile des Oberschenkels. Links ist die männliche Form des Schambeinbogens und rechts die weibliche Form des Schambeinbogens zu sehen. Der flachere Winkel des weiblichen Schambeinbogens berührt bei gleicher Rückenneigung früher die Sattelnase. Die Konsequenz daraus ist, dass Frauen aufrechter auf dem Fahrrad Sitzen möchten. Body Scanning CRM Bike berücksichtigt diese unterschiedlichen Anforderungen.

Die in Radkreisen vorhandene Legende, Frauen haben längere Beine und einen kürzeren Oberkörper, darum müssen Frauen-Fahrräder kürzer und mit steilerem Vorbau versehen sein, ist nach Millionen Vermessungen mit Body Scanning CRM wiederlegt. Die Frau möchte aufrechter (kürzer) auf dem Rad sitzen, wegen der unterschiedlichen Winkel der Schambeinbögen, nicht wegen des vermutlich kürzeren Oberkörpers. Spezielle Rahmendesigns für Frauen ergeben einen Sinn, die Begründung hierfür ist jedoch der Schambeinbogen.

Exkurs: Druckmessung am Fahrradsattel

Druckverteilung bei verschiedenen FahrradsättelnIm erstem Bild sieht man, das durch die Sattelwahl der Gewebebereich zwischen Sattelnase und Schambeinbogen sehr stark komprimiert wird. Rot bedeutet sehr hohen Druck, Blau sehr geringen Druck.

Darunter sieht man die Druckreaktion eines Sattels mit Loch in der Mitte. Druck ist Kraft pro Flächeneinheit. An den Seiten des Lochs entstehen Bereiche mit hohen Drücken.

Die dritte Grafik zeigt einen Stufensattel von SQ-lab. Die roten, hohen Drücke befinden sich unter den Sitzbeinhöckern, somit werden die Sitzreaktionskräfte über Knochen in den Körper des Radfahrers eingeleitet, ohne dass empfindliches Gewebe komprimiert wird. Taubheitsgefühle werden somit minimiert. Die Belastung der Knochenhaut an den Sitzbeinhöckern ist jedoch höher.

Quelle der Informationen sind Forschungsergebnisse von SQ-lab.